Moving to Perth, Australia

Our life Down Under

Sonntag, 21. September 2008

Typical West Australian

Nach nunmehr 2 1/2 Jahren Leben in Perth fällt einem auf, dass es nebem dem Linksverkehr, den vielen Stränden und der Sonne noch mehr Dinge gibt, die hier anders sind. Einige Beispiele:

Einkäufe:
Es dominieren 2 Supermaerkte - Woolworths und Coles. Zusätzlich gibt es noch einen unabhängigen IGA aber keine Discounter.
Obst- und Gemüse ist auf Märkten günstiger als in den Supermärkten.
Alkohol kauft man im Liquor Store und er ist sehr teuer (24x375ml Bierflaschen $40).
Geschäfte schliessen um 5.30pm, Supermaerkte um 6pm (Mo-Sa), IGA hat Mo-So bis 8pm geöffnet. In den Aussenbezirken gibt es den langen Donnerstag mit Ladenöffnungszeiten bis 9pm, in der Innenstadt ist es der lange Freitag. Am Sonntag haben einige grosse Geschäfte in der Stadt geöffnet sowie Möbelläden und Baumärkte.
Der Einkauf wird von der Kassiererin in die kostenlosen Tüten eingepackt.
Die Supermärkte sind meist in grossen Shoppingcentren mit viel Parkplatzmöglichkeiten.
Es gibt keine 1 und 2 cent Muenzen. Bei Barzahlung wird entsprechend auf- oder abgerundet.

Wohnen:
Haeuser kaufen und verkaufen ist Volkssport.
Waschmaschine hat jeweils Warm- und Kaltwasseranschluss.
Neue Tueren werden nur nicht-gestrichen verkauft.
Grosse Lichtschalter werden hauptsächlich in Altenheimen angebracht, Standard sind kleine Knöpfe.
Warm-Wasser Boiler steht aussen am Haus.
Die Zimmerdecke ist nur eine Gipskartonplatte, die Haeuser in WA sind fast alle gemauert.
Es gibt hauptsächlich Schiebefenster.
Keine Zentralheizung, geheizt wird mit Ölofen bzw. Kamin.

Restaurants:
Wasser ist umsonst und es ist okay wenn man keine weiteren Getränke bestellt.
In vielen Restaurants ist BYO, d.h. man darf seinen eigenen Alkohol mitbringen.
Trinkgeld ist nicht üblich.

Sport & Freizeit:
Crickett und Football sind die beliebteste Sportart. Golfplätze gibt es en masse, Kangaroos inclusive, gespielt wird es von Jedermann.
Sonnenbrille ist 365 Tage/Jahr im Einsatz.
Dunkle Wolken am Himmel bedeuten nicht immer Regen.

Arbeit:

Arbeitszeugnisse werden bei Bewerbungen nicht verlangt, stattdessen holt der Arbeitgeber Referenzen per Telefon ein.
Casual Friday an dem man sich etwas legerer anziehen darf, ansonsten ist Jeans tabu.
20 Tage Urlaub sind die Regel, unbezahlter Urlaub ist kein grosses Problem.
Feiertage, die aufs Wochenende fallen, werden am Montag nachgeholt, d.h. der nachfolgende Montag ist frei.
Privat krankenversichern kann sich jeder.

Auto & Verkehr:
Bei Neuwagenkauf sind after-sale Gespraeche üblich, wo einem noch die Abdunkelung der Glasscheiben und ein besonderer Lackschutz zum Aufpreis angeboten werden.
Kreisverkehr, auch doppelspurig, ist sehr beliebt.
Neuwagen sind günstiger, Gebrauchtwagen dagegen im Verhältnis relativ teuer.
Fussgängerampeln machen während der Grünphase ein akustisches Geräusch (tok, tok, tok).
Die Ampeln sind auf der gegenüberliegenden Strassenseite angebracht; es gibt keine Gelb-Phase von Rot auf Grün.
4WDs sind sehr verbreitet.

Allgemein:
Die Australier sind Frühaufsteher, bedingt durch die Hitze.
Geburtstage vorzufeiern ist nicht ungewöhnlich.
Es gibt nur 5 Fernsehprogramme, dafür keine GEZ.
Fernsehprogrammheft ist eine Beilage der Zeitungs-Wochenendausgabe; es gibt kein pandon zur "TV Movie/Spielfilm".
Steuerjahr endet am 30. Juni. Steuererklaerung kann online abgegeben werden, das Programm dafür ist umsonst, Bearbeitungszeit ca. 2 Wochen.
Kein Einwohner-Meldeamt / keine Meldepflicht.
Führerschein dient als Personalausweis.

Freitag, 12. September 2008

Quiz Night

Ratespiel-Abende sind in Australien sehr beliebt, als Unterhaltung für Jedermann oder im Zusammenhang mit Wohltätigkeitsveranstaltungen. Diesen Freitag haben wir auch mal an einer teilgenommen, veranstaltet von unseren jungen Referendaren im Claremont Yacht Club für Mitarbeiter und Anhang. 8 Tische mit je 10 Leuten durften gemeinsam 10 Runden à 10 Fragen zu Themen aus Sport, Geschichte, Kreisverkehr, Tom Cruise, Geographie u.a. überstehen. Zu gewinnen gab es Wein, Präsentkörbe, Fitnessvoucher, Kaffee, elektr. Zahnbürste etc.
Auch wenn unser Tisch leider nichts gewonnen hat, hatten wir unheimlich viel Spass.

Sonntag, 7. September 2008

Giant Boab Tree

Im Botanischen Garten im Kings Park steht seit kurzem ein 750 Jahre alter Boab, der aus der 3.200 km entfernten Kimberley Region nach Perth befördert wurde. Zum 1. Mal wurde ein so alter, 14 t schwerer und 14 m hoher Baum über so lange Distanz transportiert. Unvorstellbar, aber er soll Strassenbauarbeiten, Verlängerung des Great Northern Hwy, im Weg gestanden haben.
Der Boab Tree sieht aus als ob er auf dem Kopf steht und seine Wurzeln oben wären. Willkommen im Down Under.

Fakt ist: diese fetten Bäume mit ihren hässlichen, tentakelähnlichen Ästen sind so ungewöhnlich, dass auch die Aboriginies glaubten, dass sie von den Göttern verkehrt herum gepflanzt wurden. Die ersten europäischen Entdecker glaubten, die Bäume wären krank.

Dieser Baum ist allerdings nicht nur in Australien beheimatet. Man findet ihn auch in Africa und Madagascar. In Australien sind Boabs nur in der Kimberly Region von WA an der Grenze zum Northern Territory zuhause, da sie die Trocken- und Regenzeit zum Überleben benötigen.

Der Boab braucht sehr viel Wasser, weshalb er während der Regenzeit in den Kimberleys soviel wie möglich in seine schwammähnlichen Baumstämme aufsaugt; die Ursache seiner dicken Erscheinung. Während der Trockenzeit lebt der Baum von seinem Wasservorrat und im Gegensatz zu anderen laubabwerfenden Bäumen lassen Boabs ihre Blätter während der Sommer-Trockenperiode fallen. Am Ende dieser Jahreszeit fängt er das Blühen an. Die Blüten blühen aber nur in der Nacht und verschliessen sich wieder bei Sonnenaufgang. Letztendlich blühen sie in grossen Nusschalen, welche beim Auseinanderfallen ihre Samen verstreuen und von den Aboriginals zum Kunsteinritzen benutzt wurden.