Moving to Perth, Australia

Our life Down Under

Sonntag, 4. April 2010

Holiday in WA

Mit unserem Wagen bis oben hin voll mit verschiedenstem Campingzubehoer, Schnorchelausruestung etc. fahren wir am 19. Maerz in unseren 2 1/2 woechigen Urlaub in den Norden von Westaustralien.

Unser erster Stop ist im 490km entfernten Kalbarri. Der 1.400-Seelen Ort am Murchison River beeindruckt mit seinen rot-weiss gestreiften Schluchten und einer zerkluefteten Steilkueste, von der wir sogar Delphinschwaerme beobachten konnten. An einem der umliegenden Straende krochen unzaehlige Strandkrabben aus ihren Loechern um im Sand nach Nahrung zu suchen. Im Kalbarri Nationalpark, in dem es nochmal 5 Grad waermer war (40°C), war es ratsam sich mit mindestens 3l Wasser ausgestattet zu einem der vielen Wanderwege und Felsschluchtformationen, z.B. dem 'Nature's Window', zu machen.

Zwei Tage spaeter fuhren wir weiter hoch zur Shark Bay Region (UNESCO-Welterbe). Die Tiger-/Riffhaie in der Haifischbucht sind aber um einiges kleiner und nicht ganz so gefaehrlich. Am Anfang der Bucht erstreckt sich der wunderbare Shell Beach, der aus einer bis zu 10m dicken Schicht aus Milliarden von Muscheln besteht. Das Wasser ist sehr salzhaltig und bei angenehmer Badetemperatur sehr einladend. In den 50er Jahren wurden die Muscheln als Baumaterial verwendet, fuer die Errichtung einer Kirche und etliche andere Gebäude in Denham. Seit 1990 sind der Shark Bay Marine Park (7.487km²) sowie das angrenzende Hamelin Pool Marine Nature Reserve (1.320km²) zu geschützten Gebieten erklärt. Schade, so ein Muschelhaus waer schon was.

Im Hamelin Pool gibt es noch lebende Stromatolithen-Kolonien, die zu den ältesten Nachweisen für irdisches Leben zaehlen. Stromatolithen lassen sich bis vor etwa 3,5 Milliarden Jahren nachweisen.

Weiter oben, fast am Ende der Halbinsel, im Holiday Resort Monkey Mia, schlagen wir unser Zelt auf und werden dabei von einer Gruppe wilder Emus beobachtet. Wir merken bald, dass unzaehlige, sehr neugierige, Emus tagtaeglich auf dem Campingplatz umherschleichen. Von unserem Zeltplatz aus koennen wir direkt auf das Meer blicken und die Pelikane auf dem nur wenige Schritte entfernten Strand beobachten. Monkey Mia ist beruehmt fuer wildlebende Delphine, die sich in der Frueh nahe am Strand aus der Hand fuettern lassen. Viel schoener ist es allerdings diese ohne den grossen Touristenrummel zu beobachten. Eigentlich den ganzen Tag ueber konnte man sie mit ihren Jungen den Strand entlangschwimmen sehen. Bei unserer Nachmittags- und Abendtour auf dem Katamaran konnten wir zusaetzlich noch Dugongs (Seekuehe) und Wasserschlangen beobachten.

Zwei Nachte spaeter, auf der Weiterreise gen Norden, decken wir uns in Carnarvon mit Bananen frisch vom Felde ein. Eine bunte Vielfalt an Früchten wird hier auf großen Plantagen angebaut: Ananas, Apfelsinen, Avocados, Bananen, Bohnen, Jojobas, Mangos, Melonen und Tomaten. 80% der in Westaustralien verzehrten Bananen wachsen in Carnavon. Die 1964 errichtete Satelittenbeobachtungsstation „The Big Dish“, mit ihrem 30m Reflektor am Ortseingang von Carnarvon war der Schlüssel zur Mission Apollo 11 (Mondlandung am 21.06.1969).

Kurz vor Exmouth tauchen unzaehlige Termitenhuegel auf, soweit das Auge sieht ragen diese wie 'Hinkelsteine' hervor. Auf der Bundesstrasse warnen Schilder vor 'Straying wildlife'. Entlang der Strasse gibt es keine Zauene und so kommt es vor, dass wilde Ziegen, Kuehe, Pferde, Kangaroos, Emus, Fuechse u.a. ploetzlich im Weg stehen. Ein Ausweichen bei 110 km/h ist leider nicht immer moeglich, und so sieht man alle paar hundert Meter ein totes Tier (meist Kangaroos) am Strassenrand.

Insgesamt 1270km spaeter sind wir an unserem Ziel im Novotel Ningaloo Resort in Exmouth angekommen. Das 2.000 Einwohner-Staedtchen wurde 1964 als Dienstleistungszentrum für die nahe gelegenen Kommunikations-Sendeanlagen (US-Marinefunkstelle) errichtet, deren Sendetürme zu den höchsten der Welt gehören (mit 388 Metern höher als der Eiffelturm). Heute ist Exmouth vor allem das Tor zum Ningaloo Reef, eins der besten Tauchreviere. Es ist auch der einzige Ort weltweit, in dem die bis zu 18m grossen Walhaie (der groesste Fisch der Welt) jedes Jahr zwischen Ende Maerz und Juli zum Fressen vorbei schauen. Dieses Jahr waren besonders viele da, so dass Thomas bei seinem Schnorcheltrip mit bis zu drei verschieden grossen Walhaien schwimmen konnte.

Die Korallenriffe befinden sich allesamt im Cape-Range-Nationalpark, 40km ausserhalb von Exmouth. Der Nationalpark erstreckt sich ueber 60km und bietet neben den beeindruckenden Schluchten vor allem am 'Oyster Stacks' und am wunderschoenen 'Turquoise Bay' tolle Schnorchel- und Bade-
moeglichkeiten mit schoenen Korallen und bunten Fischen in Strandnaehe.

Leider hatten wir an unserem zweiten Tag in diesem Nationalpark auf der Fahrt zurueck zum Hotel ein unglueckliches Zusammentreffen mit einem Kangaroo. In dem Moment, wo es aus dem grossen Busch am Strassenrand heraussprang, landete es auch schon mit einem lauten Knall in unserer Stosstange. Der Wagen verlor Kuehlfluessigkeit und wir schafften es gerade noch zum 30km entfernten, naechstgelegenen Caravan Park, wo wir endlich auch wieder Telefonempfang hatten und einen Abschleppdienst organisieren konnten. Da es schon Freitag Abend war, wurde dieser erst am darauffolgenden Tag zur einzigen Werkstatt in der Stadt geschleppt. Nur gut, dass wir einen hier sehr verbreiteten Wagen fahren und der benoetigte neue Kuehler in Perth vorhanden war und somit innerhalb von 24h in Exmouth ankam. Aus sieben wurden es nun acht Naechte. Waeren wir aber nicht die eine Nacht laenger geblieben, haetten wir auch das grosse Passagierschiff MS 'Volendam' verpasst, das in der Frueh unseres Abreisetages im Hafen von Exmouth anlegte. Von unserem Balkon aus konnten wir das geschaeftige Treiben beobachten. Ploetzlich war richtig Leben in dem beschaulichen Oertchen; 1.432 meist aeltere Passagiere, die nach und nach an Land kamen, sorgten fuer volle Strassen und Geschaefte.

Ueber Coral Bay, wo wir zwei Naechte auf einem sehr schoenen Camping-
platz verbracht haben, ging es mit einem weiteren kleinen Stop in Geraldton heute zurueck nach Perth, wo Bonnie und Clyde uns freudig erwarteten.

2 Comments:

  • At 13 April, 2010 12:12, Anonymous Anonym said…

    WOW! Nice trip, nice pictures!!

     
  • At 13 April, 2010 14:22, Anonymous Aussiesu said…

    Da hattet Ihr ja eine tolle Urlaubszeit (bis auf das Känguru)! Beim Lesen Deines Berichts fühlte ich mich in unseren Westaustralien-Urlaub 2005 zurückversetzt: schöne Erinnerungen!

    viele Grüße Susanne und Uwe

     

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